Alle Sponsoren des Piston Cup: der Guide zu den (fiktiven) Marken aus Cars
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1663 Wörter | Lesezeit: 8 Minute(n)
Inhaltsverzeichnis
- Der Piston Cup: ein großer Zirkus falscher Marken
- Rust-eze gegen Dinoco: die große Rivalität (und HTB)
- Das Bestiarium der komischen Sponsoren
- Die Anspielungen auf echte Marken
- Sponsoren und Fahrer: was sich zwischen Cars 1 und Cars 3 ändert
- Übersichtstabelle
- FAQ
Der Piston Cup: ein großer Zirkus falscher Marken
Im echten Leben ist ein NASCAR-Wagen eine fahrende Werbetafel, von der Kühlerhaube bis zur Stoßstange mit Logos überzogen. Pixar hat das gut verstanden: Um dem Piston Cup seinen Hauch von Authentizität zu verleihen, haben die Studios dutzende falsche Marken erfunden, die ebenso glaubwürdig wie zum Schreien komisch sind.
Jeder Sponsor ahmt die berühmten contingency sponsors nach, jene kleinen Aufkleber, die echte Rennställe auf ihre Boliden kleben. Nur dass hier alles in die Autowelt übertragen wird: Es werden keine Getränke oder Medikamente für Menschen mehr verkauft, sondern Produkte für Karosserien, mit unwiderstehlichen doppeldeutigen Slogans.
Das Ergebnis: ein Katalog von Marken, die es nicht gibt, die aber munter echte Firmen parodieren. Hier ist der komplette Guide zu dieser kleinen Werbewelt, von den beiden rivalisierenden Giganten bis zu den unscheinbarsten Gags, die man auf dem Blech entdeckt.
Rust-eze gegen Dinoco: die große Rivalität (und HTB)
Rust-eze ist der liebenswerteste Sponsor der Saga: ein medizinischer Balsam für Stoßstangen („Medicated Bumper Ointment"), hergestellt von zwei verrosteten Brüdern, Rusty und Dusty. Ihr Produkt pflegt alte, ramponierte Stoßstangen, und ihnen verdankt Lightning McQueen seine berühmte Nummer 95. Der ganze Humor kommt aus dem leicht peinlichen medizinischen Register, mit seiner offen ausgesprochenen „Formel für das Hinterteil".
Ihnen gegenüber thront Dinoco, der ganz in Blau gehaltene, prestigeträchtige Ölkonzern, der Traumsponsor aller Fahrer. Laut dem Pixar Cars Wiki unterstützt Dinoco im ersten Film The King (Strip Weathers) und dann seinen Neffen Cal Weathers in Cars 3. Es ist der Heilige Gral des Sponsorings: eigener Hubschrauber, Showgirls und der texanische Magnat Tex Dinoco an der Spitze des Imperiums.
Der dritte im Bunde vervollständigt das Bild: HTB, für Hostile Takeover Bank (die „Bank der feindlichen Übernahme"). Dieser grellgrüne Bank-Sponsor passt perfekt zu seinem Schützling, dem hinterhältigen Chick Hicks, der zu allem bereit ist, um den Piston Cup zu ergattern. Eine zynischere Marke für einen notorischen Betrüger kann man sich kaum erträumen.
Das Bestiarium der komischen Sponsoren
Über das Führungstrio hinaus wimmelt es auf der Strecke von Nebenmarken, eine komischer als die andere. Bei den Getränken ist Nitroade ein übervitaminisierter Energydrink, während N2O Cola mit Lachgas läuft und Transberry Juice einen Fruchtsaft („trans" + berry) für durstige Boliden anbietet.
Die Apothekenabteilung ist ein Feuerwerk an Wortspielen. Gasprin lindert die „hood-aches", die Haubenschmerzen; Tank Coat „beruhigt gereizte Tanks" wie ein Mittel gegen Sodbrennen; Sputter Stop verspricht eine „Kaltstart-Linderung" à la Hustensaft; und RPM wird als „Unterdrücker nächtlicher Fehlzündungen" verkauft, eine Anspielung auf Medikamente für die Nacht.
Für Wartung und Mechanik gibt Octane Gain den Kraftstoffzusatz, Vitoline zielt auf „ältere, aber aktive Autos", Mood Springs kümmert sich um die Federung, Re-Volting verkauft aufbereitete Lichtmaschinen und No Stall schwört, dich bis zur letzten Runde zu bringen, ohne je abzuwürgen.
Schließlich hat es auch die Abteilung Hygiene und Komfort in sich. Leak Less steht offen zu einem „Auslaufschutz für Erwachsene", würdig einer Windelwerbung, Trunk Fresh desodoriert die Kofferräume, View Zeen pflegt die Sicht beschlagener Windschutzscheiben, Spare Mint parfümiert die Reifen und Clutch Aid klebt „Pflaster" auf müde Kupplungen.
Die Anspielungen auf echte Marken
Der ganze Reiz dieser Sponsoren liegt darin, dass sie echte Firmen parodieren. Nitroade äfft das berühmte Gatorade der Sportler nach, Gasprin verballhornt das Aspirin, und Vitoline mischt zwei bekannte Motoröle, Valvoline und Havoline. Anspielung in der Anspielung: Valvoline hat den Film Cars tatsächlich gesponsert.
Die Liste der Anspielungen geht weiter: View Zeen erinnert an die Augentropfen Visine, Spare Mint spielt mit der Minze „spearmint", Mood Springs verweist ebenso auf die Federungsteile von Moog wie auf die „mood swings" (Stimmungsschwankungen), und Clutch Aid lässt zugleich das Band-Aid (das Pflaster) und das Kool-Aid (das Pulvergetränk) anklingen.
Selbst die Giganten sind Hommagen. Dinoco und sein Dinosaurier schielen zu Sinclair Oil und dessen prähistorischem Maskottchen, mit einer Prise Sunoco, dem offiziellen Kraftstoff der NASCAR. Und Leak Less parodiert mit seinem Gag vom „Schutz fürs Hinterteil" ganz ungeniert die Inkontinenzprodukte für Erwachsene. Hohe Kunst der Verballhornung.
Sponsoren und Fahrer: was sich zwischen Cars 1 und Cars 3 ändert
Ein Wort der Vorsicht für Puristen: Die Zuordnungen Sponsor–Fahrer–Nummer sind nicht in Stein gemeißelt. Zwischen Cars (2006) und Cars 3 (2017) hat Pixar die Karten neu gemischt, und mehrere Rennställe haben Farben wie Fahrer gewechselt.
Laut dem Pixar Cars Wiki ordnet man zum Beispiel Gasprin dem Fahrer Floyd Mulvihill (Nr. 70) zu, Octane Gain dem Bobby Swift (Nr. 19), Vitoline dem Brick Yardley oder auch Re-Volting der Next-Gen-Generation aus Cars 3. Diese Zuordnungen variieren von Film zu Film: Man sollte sie also mit Vorsicht anführen.
Was hingegen belastbar und überprüfbar bleibt, sind die Marken selbst und ihre Gags. Genau darin liegt das ganze unauffällige Genie von Pixar: eine vollständige Werbewelt, stimmig und parodistisch, versteckt auf Karosserien, die man nur den Bruchteil einer Sekunde lang betrachtet.
Der Geist des Rennens
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Übersichtstabelle
| Sponsor | Produkt (und Parodie) | Fahrer oder charakteristische Farbe |
|---|---|---|
| Rust-eze | Medizinischer Balsam für Stoßstangen (Salben-Werbung) | Lightning McQueen, Nr. 95 (rot) |
| Dinoco | Prestigeträchtiger Ölkonzern (Sinclair / Sunoco) | The King, dann Cal Weathers (blau) |
| HTB | Hostile Takeover Bank, die Bank der feindlichen Übernahme | Chick Hicks, Nr. 86 (grün) |
| Nitroade | Energydrink (Gatorade) | Gelber Rennstall |
| Octane Gain | Kraftstoffzusatz | Bobby Swift, Nr. 19 (Cars 3) |
| Gasprin | Tablette gegen „Haubenschmerzen" (Aspirin) | Floyd Mulvihill, Nr. 70 |
| Clutch Aid | Pflaster für Kupplungen (Band-Aid / Kool-Aid) | Dino Draftsky, Nr. 121 (Cars 3) |
| Leak Less | „Auslaufschutz für Erwachsene" (Windeln) | Gag „für Erwachsene" |
| Vitoline | Öl für „ältere aktive Autos" (Valvoline / Havoline) | Brick Yardley |
| Mood Springs | Federung (Moog / „mood swings") | Wassergrün |
| View Zeen | Augenpflege für Windschutzscheiben (Visine) | — |
| N2O Cola | Cola mit Lachgas | — |
| RPM | „Unterdrücker nächtlicher Fehlzündungen" | Barry DePedal, Nr. 64 (Cars 3) |
| Re-Volting | Aufbereitete Lichtmaschinen (Wortspiel „revolting") | Aaron Clocker, Nr. 48 (Cars 3) |
| Spare Mint | Duft für Reifen („spearmint") | — |
FAQ — Häufige Fragen
Ist Rust-eze eine echte Marke?
Nein, es ist eine zu 100 % fiktive, von Pixar erfundene Marke. Rust-eze ist ein „medizinischer Balsam für Stoßstangen", verkauft von den Brüdern Rusty und Dusty, und es ist der allererste Sponsor von Lightning McQueen. Keine echte Firma trägt diesen Namen.
Ist Dinoco von einem echten Unternehmen inspiriert?
Ja, teilweise. Dinoco erinnert vor allem an Sinclair Oil und dessen Dinosaurier-Maskottchen, mit einer Anspielung auf Sunoco, den offiziellen Kraftstoff der NASCAR. Es ist die Prestigemarke, von der alle Fahrer des Piston Cup träumen.
Warum scheinen manche Sponsoren zwischen den Filmen den Fahrer zu wechseln?
Weil Pixar die Rennställe zwischen Cars (2006) und Cars 3 (2017) umgebaut hat. Die einem Sponsor zugeordneten Farben, Nummern und Fahrer variieren daher von Film zu Film; laut dem Pixar Cars Wiki sollte man diese Zuordnungen mit Vorsicht anführen.
Welcher ist der lustigste Sponsor?
Geschmackssache, aber Leak Less holt oft den Sieg mit seinem „Auslaufschutz für Erwachsene", der die Inkontinenzprodukte parodiert, gefolgt von Gasprin und seinen Tabletten gegen die „Haubenschmerzen".